Heimatwoche der Backnanger

Am Pfingstwochenende trafen sich 20 Böhmerwäldler und Freunde aus Backnang im Alter von 25 bis 86 Jahren im vereinseigenen Haus in Lackenhäuser/Neureichenau. Das Gästehaus, das allen interessierten Gruppen offen steht, liegt an der Grenze zu Tschechien und Österreich und ist damit der ideale Ausgangspunkt für einen Urlaub im Böhmerwald. Der Böhmerwald gehört zu den Naturschönheiten Europas. Ein geschützter Bereich, in dem sogar Luchse, Wölfe und vereinzelt Elche wieder ihre Heimat gefunden haben. Wir sind keinem dieser Tiere begegnet.

 

Wenn auch das Wetter besser hätte sein können, so konnte man doch die ganze Woche für allerlei Unternehmungen nutzen. So ging es ganz tief hinunter – bis zur 4. Sohle des Graphit-Bergwerks Kropfmühl in 45 m „Teufe" (222 Stufen) - und ganz hoch hinaus - auf den Dreisesselberg (1332 m) und Plöckenstein (1379 m). Krumau an der Moldau, das Zentrum Südböhmens mit seinem historischen Stadtzentrum (Weltkulturerbe) und dem prächtigen Schloss wurde ebenso besucht wie die Dreiflüsse-Stadt Passau mit dem historischen Rathaus, dem Dom St. Stephan und der Veste Oberhaus. Im oberösterreichischen Mühlviertel ging man gern ins Stift Schlägl, vor allem in den Stiftskeller. Auch nach Rohrbach in die Villa Sinnenreich. Ein Museum, in dem man seine Wahrnehmung zwischen Realität und Illusion erproben kann. Ein weiteres Ziel war das Freilichtmuseum Finsterau. Wer wollte und konnte nutzte auch die vielfältigen Wanderangebote: einen Geo-Lehrpfad, einen Schaukelweg, einen Weg Sinnenreich oder eben auch die anspruchsvolleren Wege vor der Haustür im Nationalpark Sumava.

 

Für die Böhmerwäldler ist der Böhmerwald natürlich auch ein Ort der Vertreibung. Ein Ort, den jahrzehntelang der Todesstreifen des Eisernen Vorhangs durchschnitt. So wurden auch die Heimatorte der Eltern und Großeltern besucht, für die der Verlust der Heimat großes Leid bedeutete. Die Älteren unter uns verbrachten dort noch ihre Kindheit und Jugend. Sie können sich noch an vieles erinnern, was heute nicht mehr zu sehen ist. Es sind immerhin 70 Jahre vergangen. Nach dem, was war, können wir uns über die gegenwärtige Situation freuen. Der Schwemmkanal, den Fürst Schwarzenberg ab 1789 hat erbauen lassen, um das Holz aus dem Böhmerwald nach Wien zu transportieren, ist heute noch ein beeindruckendes Bauwerk. Vor allem auch der Tunnel in Hirschbergen (Jeleni), an dessen „Auslaufportal" sich alle gern zum Gruppenfoto aufstellten.

 

Heimatwoche2016Gruppe1 sm

 

So schön wie die Tage waren auch die Abende. Jeden Abend versorgte Küche und Heimleitung alle mit einem ausgezeichneten 3-gängigen Menu. Danach saß man gemütlich beisammen. Manchmal auch nach einem Abendspaziergang. Je nach Lust und Laune konnte man sich unterhalten, spielen, basteln oder mal einen Film anschauen.

 

Zum 9. Mal seit 1999 ging wieder eine Woche mit vielen schönen Erlebnissen zu Ende und alle sind wieder gesund nach Hause gekommen.

 

Heimatwoche2016Gruppe2 sm

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